Samstag, 7. August 2010

Basarökonomie

Droht Deutschland die Deindustrialisierung?

"Basarökonomie" soll heißen, dass
"deutsche Industrieunternehmen zu Handelsvertretungen verkämen. Der in Deutschland erstellte Mehrwert würde sich auf das Aufkleben der Markenschilder beschränken, während die eigentliche Produktion außerhalb der Landesgrenzen stattfände. Die Exporte blieben zwar hoch, die Importe aber würden steigen." (Gornig/Kritikos)


Das Schlagwort "Basarökonomie" geht auf Hans-Werner Sinn zurück.

Gornig/Kritikos halten diese These aufgrund der aktuell beobachtbaren Entwicklung widerlegt. Denn:

"Vielmehr war die Entscheidung gefragt, entweder die Produktion in einem Industriezweig in Deutschland ganz aufzugeben oder sie hier mit allen wesentlichen Komponenten fortzuführen. Die Folge war ein intensiver sektoraler Strukturwandel."


Martin Gornig, Alexander Kritikos: Totgesagte leben länger: Zu den Perspektiven des Industriestandortes Deutschland. DIW-Wochenbericht Nr. 31/2010 vom 4. August 2010.

Wie dem auch sei: Der Industriestandort wie auch die Wissensgesellschaft Deutschland bzw. Europa hängen ab von ihrer Infrastruktur sowie der Qualifikation der Menschen. Wer aufgrund angeblicher Sparzwänge in der politischen Rhetorik einen Austeritäts-Diskurs forciert und realpolitisch Investitionen im eigenen Lande zurückfährt oder gar ganz zum Versiegen bringt, wie das in den letzten Jahrzehnten in Europa zu beobachten ist, sägt auf kurz oder lang den eigenen Ast ab, auf dem man noch sicher zu sitzen glaubt.

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