Freitag, 12. Juni 2009

Das Elend des Popperizismus

Eberhard Dörings Buch zum Popperbuch (1) lässt sich als recht ergiebige Belegquelle ausbeuten für Popperizismus. Denn an dieser „allgemeinverständlichen Einführung“ in Poppers Sozialphilosophie wird sichtbar, in welcher Weise letztere beim BRD-Publikum angekommen ist. Hierbei lässt sich leicht des Näheren überprüfen, inwieweit Missverständnisse qua Vulgarisierung oder Verballhornung dem mitgeschleppten Vorverständnis der Rezensenten und Leser einerseits, oder der von Popper als dem Autor angewandten „Schattenmethodologie“ andererseits zuzuschreiben sind.

Der Popperizismus erwächst aus dem dialektischen Spannungsverhältnis von „wahrem“ Popper und dem Popper, wie er sich seinen deutschen Lesern aufgrund deren ideologischen Vorverständnisses appliziert. So ist der Kommentator Doring gerade dort am meisten entlarvend, wo er Popper lobt oder wenigstens für seine Grobheiten und Unwissenschaftlichkeit entschuldigen möchte, da Popper ja für liberale Deomkratie „glüht“. Stellt sich denn in Dörings Besprechung häufig heraus, dass Popper weder „kritisch“ noch „rational“, so gilt doch wenn nicht er als Prototyp des „kritischen Rationalisten“ und ist seine Philosophiegeschichte zumindest darin originell, dass es zuvor noch niemand gewagt hatte, derlei Platitüden als Universitätslehrer weltweit zu publizieren. Man fragt sich, welcher Leser nach derlei vordergründig serviler Kritik 2) noch der Aufforderung des Kommentators Folge zu leisten motiviert ist, Poppers Wälzer auch noch selber durchzustudieren. (3)

In seiner Vorbemerkung behauptet Döring:
„Es ist gar keine Frage, daß die ‚Offene Gesellschaft‘ Poppers bereits zu Lebzeiten des modernen Erkenntnistheoretikers ein Klassiker der Philosophie, der Soziologie und der Politologie war.“ (4)
Man darf aber so ziemlich alle Behauptungen und Unterstellungen in diesem Satz mit guten Gründen anzweifeln. Es ist sicherlich die Frage, was als ein „Klassiker“ firmieren darf (und wer das feststellen kann). Dann die nächsten Fragen, inwiefern Popper ein „Erkenntnistheoretiker“ und was dieser sog. „klassische Text“ mit den genannten sozialwissenschaftlichen Disziplinen zu schaffen habe. Immerhin werden diese Disziplinen heutzutage allesamt mehr oder minder als empirische Wissenschaften aufgefasst. Nun ist es allerdings notorisch, dass Popper zwar sehr viel über empirische Wissenschaft geschrieben, selbst aber keine nie betrieben hat, sei sie soziologisch oder sei sie politikwissenschaftlich. (5) Es verbleibt von den genannten Disziplinen nur „Philosophie“ als Residualkategorie, aus der kaum etwas vertrieben zu werden pflegt.

Die Widersprüchlichkeiten werden auf die Spitze getrieben, indem Döring selber Poppers Eingeständnis zitiert, dass es sich bei dem genannten Werk um kein wissenschaftliches handelt, sondern um persönliche Anschauungen des Autors. Wie also, so muss man sich fragen, wie also kann es sich hier um einen „Klassiker“ der genannten Wissenschaften handeln? Nicht jeder Bestseller ist schon ein Klassiker.

Es wird jedoch von Döring (6) verschiedentlich und sogleich eingeräumt, dass Poppers Text „einseitig“ sei, „nicht frei von dogmatischen Zügen“, „vieles an subjektiven Geschmacksfragen enthält“, dem historischen Platon nicht gerecht werde und gerade im Hinblick auf Hegel viele Missverständnisse enthalte bzw. besonders dünn ausfalle, obgleich derselbe Hegel Poppers „fehlendes Glied“ zwischen den Alten und dem Marxismus sowie dem Totalitarismus darstellt.(7) Mit anderen Worten: Poppers Darstellungsstil besteht aus einem eigentümlich verlinkten pseudo-dialektischen Schaukelsystem: (8) Er kritisiert Hegel bei den Alten, und die Alten bei Hegel, und Hegel bei Marx, und den Marxismus beim Totalitarismus. Bei Hegel aber diagnostiziert Popper „Gedankenflucht“.

Wie Popper hierbei jedoch gegen grundlegende Regeln des wissenschaftlichen Handwerks verstößt, ist nicht nur äußerst peinlich, sondern disqualifiziert diesen Text auch eindeutig als akademisches „Standardwerk“, will sagen „Vorbild“ oder „Muster“ für wissenschaftliches Arbeiten. Wenn Popper den verheerenden Einfluss von Aristoteles oder Hegel auf den akademischen Arbeitsstil denunziert, so müsste man der Popularität des angeblichen Popper-Klassikers in die Schuhe schieben, dass deutsche Politiker nachweisbar nicht gelernt haben, wissenschaftlich korrekt zu zitieren.

Döring lässt leider völlig unerwähnt die pertinente Kritik, die Walter Kaufmann an Poppers Text geleistet und bereits im Jahre 1954 im Philosophical Review veröffentlicht hatte.(9)
“Hegel is known largely through secondary sources and a few incriminating slogans and generalizations. The resulting myth, however, lacked a comprehensive, documented statement till Karl Popper found a place for it in his widely discussed book, The Open Society and Its Enemies.“ (10)
“The calamity in our case is twofold. First, Popper’s treatment contains more misconceptions about Hegel than any other single essay. Secondly, if one agrees with Popper that ‘intellectual honesty is fundamental for everything we cherish’ (p. 253), one should protest against his methods; for although his hatred of totalitarianism is the inspiration and central motif of his book, his methods are unfortunately similar to those of totalitarian ‘scholars’ – and they are spreading in the free world, too.” (11)
Döring notiert zwar auch Poppers “glühende” Verteidigung seiner politischen Überzeugung, nimmt diese aber eher zum Anlass, seine wissenschaftlichen Fehler entschuldigend in Kauf zu nehmen. Fragen der authentischen Interpretation von Autoren der Philosophiegeschichte werden als von Döring als „Professorengezänk“ heruntergespielt. Mit anderen Worten: Vor einer „glühend“ vertretenen rechten politischen Überzeugung verblassen Fragen wissenschaftlicher Kritik anscheinend demzufolge zur Bedeutungslosigkeit. Eine grundsätzliche Kalamität der Schattenmethodologie Poppers besteht schon darin, dass sie mit doppelten Standards arbeitet, das heißt: die Theorien und Methoden, die sie kritisiert, nicht an denselben Maßstäben misst wie seine eigenen. Die „kritische Rationalität“ besteht demnach nur darin, dass Poppers Position die „kritische“ genannt wird, infolgedessen die kritisierten Positionen notwendig die unkritischen und dogmatischen sein müssen. Der Leser, der Poppers doppelte Standards großzügigerweise akzeptiert, darf sich auf der Seite der kritischen Vernunft fühlen und von diesem Standpunkt aus erhaben wie Popper nach rechts und links Schläge austeilen. Dörings Vulgarisierung macht auch sofort deutlich, wie Poppers wissenschaftstheoretischer Exklusionismus im akademischen Ellbogenmilieu (12) zu handhaben sei:
„Es geht also weder in der Theorie noch in der Praxis nur darum, das falsifizierende Rasiermesser an alle Theorien anzulegen und dadurch die Spreu vom Weizen zu trennen. Es ist vielmehr vorher schon erforderlich, den Theoriestatus von Behauptungen unter dem Aspekt zu untersuchen, ob dieser dem Schema der Rationalität entspricht oder als unwissenschaftliche Vorgehensweise entlarvt werden kann.“ (13)
Das heißt in dürren Worten für den aufstrebenden Wissenschaftspraktiker: Poppers Fallibilismus gilt nicht für alle Behauptungen. Wie bei einer Bewerberauswahl werden einige schon aus dem Stapel aussortiert, bevor sie zum eigentlichen Test zugelassen werden. Wie für die antiken Philosophen Sklaven fast keine Menschen und für die Kapitalisten Hausgesinde zum Privateigentum rechnet, so schließt Popper zum Beispiel den Marxismus oder die Psychoanalyse aus der Wissenschaft aus. Somit hat Popper auch eine eminent artige Entschuldigung dafür, dass er seine Auseinandersetzung mit Hegel und Marx auf eine „unwissenschaftliche“ (14) Manier führt. (Sie verdienen es nicht anders.) Döring sekundiert darin Popper, indem er zwar Popper im Hinblick auf Hegel zurückweist (hier kennt der Kommentator sich aus, jedenfalls besser als Popper), aber bezogen auf Marx völlig folgt (hier kennt sich fast Popper besser aus, was an Dörings Literaturverweise erkennbar wird: viele eigene Bücher des Kommentators, die mit Popper reichlich wenig zu schaffen haben, aber kein einziges, das die Seite des Marxismus vertritt). Marxismus tritt nur auf als das Objekt von Marxologie; und dieser Effekt dürfte das angestrebte Resultat des popperizistischen Exklusionismus sein.(15) Hingegen hatte noch Max Weber sein Wertfreiheitspostulat wissenschaftspolitisch mit dem Argument gerechtfertigt, dass es zumindest auf deutschen Universitäten keinen Theorienpluralismus gäbe. Döring ignoriert William Bartleys Kritik (16) an Poppers „rationalistischem Fideismus“ (17) und dokumentiert damit unfreiwillig, dass der Popperizismus auf halbem Wege zum „Pankritizismus“ stehen bleiben muss, er sonst all seinen Glauben, dogmatische Überzeugungen und Hofffnungen verlöre.

Kaufmann (18) stellt fest, dass Popper grundlegende Sekundärliteratur zu Hegel überhaupt nicht zur Kenntnis genommen hat und Zitate aus Hegel aus Büchern entnommen hat, die nur unvollständige und unzulängliche Belegstellen bieten sowie seine Zitate auch noch nach eigenem Belieben zusammengestückelt hat, um so den gewünschten Eindruck von Hegels Aussagen zu erzielen. Dabei handelt es sich nicht nur um gelegentliche Popper-Ausrutscher, sondern um den Kern der von Popper hierbei angewandten Methode.

Poppers Buch basiert auf dem Ziel, den „Einfluss“ bestimmter philosophischer Ideen auf die Entstehung des Totalitarismus nachzuweisen. Doch was Popper unter „Beeinflussung“ versteht und wie er diese als historischen Prozess nachzuweisen unternimmt, unterliegt größter Kritik. Wie Kaufmann nachzuweisen gelingt, verkennt Popper historisch nachweisbare Einflussbeziehungen zwischen Autoren, und andere werden von ihm schlicht ohne jeglichen historischen Nachweisversuch behauptet. So wird Fries von Popper gegenüber Hegel ausdrücklich in Schutz genommen, obwohl Fries durch eine offen antisemitische Haltung von sich reden gemacht hat. Als am lächerlichsten hält Kaufmann (19) Poppers Behauptung, dass der Nationalsozialismus seine Rassenlehre von Hegel her bezogen habe, da Hegel kein Rassentheoretiker gewesen sei und die Nazis zur die Begründung ihrer Ideologie andersweitige Gewährsleute hatten. Um historische Kausalbeziehungen nachzuweisen, wäre es zweckmäßiger und auch erfolgversprechender gewesen, unter historisch benachbarten Ereignissen zu suchen, anstatt in die antike Ferne zu schweifen.

Kaufmann schließt seinen Popperverriss mit einem Satz, den Popper seinerzeit Toynbee ins Stammbuch geschrieben hatte:
„The reason why, in spite of this, I single out … [this] work in order to charge it with irrationality, is that only when we see the effects of this poison in a work of such merit do we fully appreciate its danger.“ (20)
Gewiss steckt in jedem Irrtum ein Stückchen Wahrheit, und demnach hat auch Popper “ein bisschen” recht. Sogar Missverständnisse könne hilfreich sein auf dem Wege, einen schwierigen Autor wie so mach ein Philosoph, der was zu sagen hat, besser zu verstehen. Doch es gilt auch:
„Wer ist so ungehobelt, dass ihm nicht irgendwann einmal eine treffende Formulierung gelänge?“ (21)

(1) Eberhard Döring: Karl R. Popper: ‚Die offene Gesellschaft und ihre Feinde‘. UTB 1920. Paderborn 1996. ISBN 3-8252-1920-8.
(2) „Es gibt Menschen, die sich scheuen, etwas Eigenes zu schreiben, und da sie unbedingt schreiben wollen, Kommentare zu Werken anderer verfassen; sie machen es wie die, die nichts von Architektur verstehen, zur Aufgabe, Wände zu weißen, und erhoffen sich dadurch Ruhm, den sie nicht durch sich selbst oder mit Hilfe anderer, sondern nur so erlange können, wenn sie vor allen anderen die Autoren derjenigen Werke, die sie kommentieren, leidenschaftlich, überschwenglich und stets maßlos übertrieben loben. (…) Und welcher Kommentator hat jemals das Werk, an dem er arbeitete, nicht wie sein eigenes gelobt?“ (Francesco Petrarca: Über seine und vieler anderer Unwissenheit. Übersetzt von Klaus Kubusch. Herausgegeben und eingeleitet von August Buck. Felix Meiner Verlag Hamburg 1993. ISBN 3-7873-1104-1. S. 115.)
(3) „Doch das sei nur unter uns geredet, denn Sie wissen wohl, mein Herr, dem gemeinen Volk kein Ärgernis zu geben und die Herren Patres nicht böse zu machen, muß man sich in acht nehmen, die Fehler ihrer Jahrbücher zu entdecken, und nur damit zufrieden sein, daß man sie eben nicht lesen muß.“ (Pierre Bayle [Johann Christoph Gottsched (Übers.), Johann Christoph Faber (Hrsg.)]: Verschiedene einem Doktor der Sorbonne mitgeteilte Gedanken über den Kometen, der im Monat Dezember 1680 erschienen ist (= Reclams Universal-Bibliothek, Band 592). Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig 1975. S. 40.).
(4) Eberhard Döring: Karl R. Popper: ‚Die offene Gesellschaft und ihre Feinde‘. UTB 1920. Paderborn 1996. ISBN 3-8252-1920-8. S. 7.
(5) Popper hatte einst mit der Psychologie angefangen, sie dann aber zugunsten Wissenschaftstheorie aufgegeben. Vgl. William Berkson, John Wettersten: Lernen aus dem Irrtum. Die Bedeutung von Karl Poppers Lerntheorie für die Psychologie und die Philosophie der Wissenschaft. Mit einem Vorwort von Hans Albert, Hamburg 1982.
(6) Eberhard Döring: Karl R. Popper: ‚Die offene Gesellschaft und ihre Feinde‘. UTB 1920. Paderborn 1996. ISBN 3-8252-1920-8. S. 7.
(7) „Im Zentrum der gesamten zweibändigen Ausführungen zu den Wurzeln und Auswirkungen des Historizismus, des Utopismus, des Totalitarismus, des Essentialismus und des Mystizismus (sowie anderer Etikettierungen mehr) steht immer die Philosophie Hegels, wenn auch die dem Umfang nach recht knappen Ausführungen Poppers zur Hegelschen Gesamt-Philosophie dies nicht auf den ersten Blick erkennen lassen.“ (Eberhard Döring: Karl R. Popper: ‚Die offene Gesellschaft und ihre Feinde‘. UTB 1920. Paderborn 1996. ISBN 3-8252-1920-8. S. 96.)
(8) Claus Daniel: Hegel verstehen. Einführung in sein Denken. Campus Verlag Frankfurt/New York 1983. ISBN 3-593-32552-7. S. 21.
(9) Walter Kaufmann: The Hegel Myth and Its Method. In: From Shakespeare to Existentialism. Princeton University Press, Princeton N. J. 1980. ISBN 0-691-01367-5. Dt. Übersetzung: Walter Kaufmann: Hegel: Legende und Wirklichkeit. In: Zeitschrift für philosophische Forschung, Band X, 1956, 191–226.
(10) Walter Kaufmann: The Hegel Myth and Its Method. In: From Shakespeare to Existentialism. Princeton University Press, Princeton N. J. 1980. ISBN 0-691-01367-5. S. 96.
(11) Walter Kaufmann: The Hegel Myth and Its Method. In: From Shakespeare to Existentialism. Princeton University Press, Princeton N. J. 1980. ISBN 0-691-01367-5. S. 97.
(12) „Für viele nämlich stellt die Wissenschaft einen Spielplatz ihrer Dummheit dar, für fast alle ist sie ein Werkzeug ihres Hochmuts, es sei denn, daß sie – was selten geschieht – auf einen charakterlich guten und gut unterwiesenen Menschen trifft.“ (Francesco Petrarca: Über seine und vieler anderer Unwissenheit. Übersetzt von Klaus Kubusch. Herausgegeben und eingeleitet von August Buck. Felix Meiner Verlag Hamburg 1993. ISBN 3-7873-1104-1. S. 21.)
(13) Eberhard Döring: Karl R. Popper: ‚Die offene Gesellschaft und ihre Feinde‘. UTB 1920. Paderborn 1996. ISBN 3-8252-1920-8. S. 60.
(14) „Die systematische Analyse des Historizismus zielt auf Wissenschaftlichkeit. Nicht so dieses Werk. In ihm werden viele Ansichten ausgesprochen, die persönlicher Natur sind.“ (Karl R. Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Bd1: Der Zauber Platons, Tübingen 7. Aufl., 1992 (zuerst: 1944). S. 6.)
(15) Döring hält es im Hinblick auf Marxisten mit Popper wie Ciceros Schüler mit Platon: „Irren will ich bei Gott lieber mit Platon, den du so hoch stellst, wie ich weiß, und den ich in deinen Worten bewundere, als mit diesen die wahre Ansicht zu haben.“ (Marcus Tullius Cicero: Gespräche in Tuskulum. Eingeleitet und übersetzt von Karl Büchner. Editions Rencontre, Lausanne Köln 1970. S. 22.)
(16) „Ich behaupte daher, dass die ständige Integritätskrise, in die Rationalisten regelmäßig geraten, oder in die sie hinein gezwungen werden, ihre Ursache in einer vernachlässigten Identitätskrise in der rationalistischen Tradition hat. Vernachlässigt ist sie zum Teil deswegen, weil die Philosophen es im Allgemeinen verabsäumen, sich ebenso um die Entwicklung einer Rationalitätstheorie zu bemühen wie um die einer Erkenntnistheorie. Wegen dieser Krisen ist das wertvolle Faktotum im Hause des Irrationalisten - das Tu-quoque-Argument - die Leiche im Keller des Rationalisten. Rationalisten sind zu sehr einem Rationalitätsbegriff oder einer rationalistischen Identität verpflichtet, die zu erlangen unmöglich ist, und die unvermeidliche Enttäuschung ihrer Bemühungen, dieser übermäßigen Verpflichtung gerecht zu werden, hindert sie daran, Integrität zu erlangen. Gleichzeitig versetzt dieses Unvermögen der rationalistischen Tradition, ihre Identitätskrise zu lösen, viele Irrationalisten ganz unabhängig von ihren Bindungen in die Lage, ihre eigene Identität ohne Integritätsverlust zu wahren." (W. W. Bartley, III: Flucht ins Engagement, Tübingen 1987 (zuerst: La Salle, Ill. 1962. S. 90.).
(17) „Der Entschluß zugunsten der Rationalität kann aus dieser nicht deduziert werden, er basiert auf einer irrationalen Entscheidung, wie Popper betont.“ (Eberhard Döring: Karl R. Popper: ‚Die offene Gesellschaft und ihre Feinde‘. UTB 1920. Paderborn 1996. ISBN 3-8252-1920-8. S. 88. / Karl R. Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Bd. 2: Falsche Propheten - Hegel, Marx und die Folgen, Tübingen 7. Aufl. 1992 (zuerst: 1944). S. 270.)
(18) Walter Kaufmann: The Hegel Myth and Its Method. In: From Shakespeare to Existentialism. Princeton University Press, Princeton N. J. 1980. ISBN 0-691-01367-5. S. 98.
(19) Walter Kaufmann: The Hegel Myth and Its Method. In: From Shakespeare to Existentialism. Princeton University Press, Princeton N. J. 1980. ISBN 0-691-01367-5. S. 126.
(20) Walter Kaufmann: The Hegel Myth and Its Method. In: From Shakespeare to Existentialism. Princeton University Press, Princeton N. J. 1980. ISBN 0-691-01367-5. S. 128.
(21) Francesco Petrarca: Über seine und vieler anderer Unwissenheit. Übersetzt von Klaus Kubusch. Herausgegeben und eingeleitet von August Buck. Felix Meiner Verlag Hamburg 1993. ISBN 3-7873-1104-1. S. 77.

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