Freitag, 24. Dezember 2010

Raus aus dem Kollaps, rein in den Kollaps!

Raus aus dem Kollaps der Planwirtschaft, rein in den Kollaps des Kasino-Kapitalismus!

Die baltischen Staaten (Estland, Litauen, Lettland) sowie Bulgarien und Rumänien bezahlen für die Sünden des Kasino-Kapitalismus. Denn ihre wirtschaftliche Entwicklung basierte auf einer Integration in das EU-Bankensystem, das in der optimistischen Unverantwortlichkeit voll auf die EU-Integration setzte und Kreditmilliarden in die Wirtschaft pumpte.

Das zeigt eine Analyse, die die unterschiedliche Performanz von Staaten wie Polen und Tschechien, denen einigermaßen eine gewisse Reindustrialisierung gelang, mit denen des Baltikums oder von Bulgarien und Rumänien zeigt.

"What factors have contributed to these diverging developments? The speed of credit growth seems to correlate well with unsustainable developments and hence the key question is what are the underlying causes of fast credit growth, particularly in the BB5 and WB6 countries? Certainly the fixed exchange rate in many countries was a contributing factor, since price-level convergence could occur only through higher inflation (as opposed to nominal exchange-rate appreciation). However, other domestic policies, such as fiscal policy or banking regulation, did not play a significant role. Instead, deep integration with the EU has predisposed CESEE countries to large capital inflows. It is fair to conclude, not just with the benefit of hindsight, that the lending practices of mostly foreign-owned banks were not always prudent.

When the crisis started, it first hit western banks forcing them to accumulate liquidity to cover losses from non-performing assets, and to build up reserves. This led to sudden interruptions, and even reversals, of bank-linked parts of capital inflows to the emerging markets, including most of the CESEE region. This was accompanied by outflow of other categories of capital as other financial investors became more riskaverse and decided to reduce their exposure in CESEE countries and fly to 'safe havens'. The resulting credit crunch was strong enough to depress economic activity and pitch most CESEE economies into recession. The impact was exacerbated by the subsequent export and investment declines, the latter resulting from increased overall uncertainty about future growth prospects. As the crisis unfolded, the credit crunch was replaced by falling demand for credit, caused by increased uncertainty and lowered expectations with respect to future growth prospects (Ghosh, 2009)."

Whither growth in central and eastern Europe? Policy lessons for an integrated Europe.
BY TORBJÖRN BECKER, DANIEL DAIANU, ZSOLT DARVAS, VLADIMIR GLIGOROV, MICHAEL LANDESMANN, PAVLE PETROVIC, JEAN PISANI-FERRY, DARIUSZ ROSATI, ANDRÉ SAPIR AND BEATRICE WEDER DI MAURO.

BRUEGEL BLUEPRINT SERIES, Volume XI. www.bruegel.org. ISBN: 978-9-078910-17-6.

Triangulation - alter Wein in neuen Schläuchen

Wie geht US-Präsident mit den Republikanern um, die bei den letzten Wahlen die Oberhand gewonnen haben? In Folge einer strategischen Neuausrichtung will er seinen politischen Beraterstab reorganisieren. Dabei will er von seinen Vorgängern im Amte lernen, ohne jedoch Bill Clintons Auswegsversuche zu kopieren. Insbesondere "triangulation" sei ein Ansatz Clintons, der Obama nicht ins Konzept passe.

"Despite all his time studying the Clinton administration, Mr. Obama told his aides that he had no intention of following the precise path of Mr. Clinton, who after the Democratic midterm election defeats of 1994 ordered a clearing of the decks inside the White House, installed competing teams of advisers and employed a centrist policy of triangulation. In fact, several advisers confirmed, the word “triangulation” has been banned by Mr. Obama because he does not believe it accurately describes his approach."

JEFF ZELENY: Obama Is Set to Shuffle His Staff. NYT, 23.12.2010.

Was versteht man indes unter "triangulation" innerhalb der US-amerikanischen Politik?

"Triangulation is the name given to the act of a political candidate presenting his or her ideology as being "above" and "between" the "left" and "right" sides (or "wings") of a traditional (e.g. UK or US) democratic "political spectrum". It involves adopting for oneself some of the ideas of one's political opponent (or apparent opponent). The logic behind it is that it both takes credit for the opponent's ideas, and insulates the triangulator from attacks on that particular issue. Opponents of triangulation[who?], who believe in a fundamental "left" and "right", consider the dynamic a deviation from its "reality" and dismiss those that strive for it as whimsical."

Derlei Versuche, über den politischen und idelogischen Fronten zu stehen, hat es schon früher gegeben. Proudhons Philosophie des Elends war ein solcher Versuch, zwischen der bürgerlichen politischen Ökonomie und dem Kommunismus zu vermitteln. Marx hat in seiner Widerlegungsschrift Proudhon eine ungangbare Methode nachgewiesen.

"Unter einer dialektischen Abfolge versteht Proudhon eine Anordnung ökonomischer Kategorien (worunter er auch "Maschinen" fasst, was Marx als unökonomische Kategorie ablehnt[6]), wobei eine gute Seite einer schlechten Seite widerspricht und schließlich beide in einer Synthese versöhnt werden. Das ist für Marx weder (Hegelsche) Dialektik, noch eine befriedigende Vorgehensweise, da statt einer Erklärung lediglich moralische Wertungen zum Tragen kommen."

Oder in Marxens Original:

"Proudhon die Dialektik Hegels unterwirft, sobald er sie auf die politische Ökonomie anwendet.

Für Herrn Proudhon hat jede ökonomische Kategorie zwei Seiten, eine gute und eine schlechte. Er betrachtet die Kategorien, wie der Spießbürger die großen Männer der Geschichte betrachtet: Napoleon ist ein großer Mann, er hat viel Gutes getan, er hat auch viel Schlechtes getan.

Die gute Seite und die schlechte Seite, der Vorteil und der Nachteil zusammengenommen bilden für Herrn Proudhon den Widerspruch in jeder ökonomischen Kategorie.
Zu lösendes Problem: Die gute Seite bewahren und die schlechte beseitigen."

[Marx: Das Elend der Philosophie, S. 160. Digitale Bibliothek Band 11: Marx/Engels, S. 2467 (vgl. MEW Bd. 4, S. 131)]

Der Begriff "Triangulation" hat neuerdings auch in der Methodologie der empirischen Wissenschaften eine gewisse Karriere hinter sich gebracht.

Triangulation ist eine Forschungsstrategie in der empirischen Sozialforschung, bei der verschiedene Methoden oder Sichtweisen auf das gleiche Phänomen angewendet werden oder verschiedenartige Daten zur Erforschung eines Phänomens herangezogen werden, um mit den Stärken der jeweils einen Vorgehensweise die Schwächen der jeweils anderen auszugleichen. Ziel ist es zumeist, eine höhere Validität der Forschungsergebnisse zu erreichen und systematische Fehler zu verringern.

Man könnte hieraus entnehmen, dass "Triangulation" eine Fortführung methodischer Ideen und Überlegungen ist, die zu Hochzeiten des Kritischen Rationalismus als Theorienpluralismus bzw. Methodenpluralismus diskutiert wurden.

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Dummheit wird zur Gewalt, sobald sie die Massen ergreift

Still, why does it matter what some politicians and think tanks say? The answer is that there’s a well-developed right-wing media infrastructure in place to catapult the propaganda, as former President George W. Bush put it, to rapidly disseminate bogus analysis to a wide audience where it becomes part of what “everyone knows.” (There’s nothing comparable on the left, which has fallen far behind in the humbug race.)

Paul Krugman: The Humbug Express. The New York Times, 23.12.2010.

Wenn die Regierenden am Ende von ihrem Latein sind, so heißt das nur, dass ihnen ihre Rezepte ausgehen.

Wenn sie sagen, es gibt zu ihrer traurigen Politik keine Alternative, so besagt das nichts anderes, als dass die unausgesprochenen Prämissen dieser Politik ("die unhintergehbaren Voraussetzungen") ihnen persönlich nicht hinterfragbar sind. Die Grenzen ihrer Denkfähigkeiten sind die Grenzen ihrer realen Handlungsfähigkeit.

Die Alternativlosigkeit ist aber keine reale Alternativlosigkeit, sondern existiert nur für die herrschende Politstrategen. Denn sie kann man beseitigen, indem man das politische Personal auswechselt und allgemeinschädliche Machtstrukturen außer Wirkung setzt.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Multikultureller Begriffspluralismus auf Wikipedia

Gegenüber unseren deutschen Wikipedia-Oberlehrern ist es erfrischend festzustellen, dass es andernorts auch anders geht.

Während Bouclier fiscal in Frankreich den globalen Höchststeuersatz eines Steuerpflichtigen bedeutet, also ein Begriff des Steuerrechts und der Steuerlehre darstellt, kennen die Deutschen, den Anglophonen nachfolgend, die Welt und ihre Begriffe nur noch als Betriebswirtschaftslehre bzw. Management science:

Steuerschild bzw. auf Denglisch "Tax Shield" bzw. original Englisch Tax Shield ist diesen Leuten nichts als ein Mittel, um durch Absetzen von der Steuer die Profite noch zu steigern.

Da wird dann vollkommen unverständlich, wenn es in Le Monde heißt:

Le bouclier fiscal est mort, vive l'impôt progressif

Steuergerechtigkeit

Dienstag, 28. September 2010

Wettbewerbsfähigkeit

Es handelt sich hier nicht um einen Begriff der ökonomischen Theorie, sondern um ein politisches Schlagwort, wenn nicht gar um einen Gummibegriff.

Wer bei einem Wettbewerb die Oberhand gewinnt, ist der Natur der Sache nach bzw. derem Begriff gemäß immer relativ zu sehen. Denn dies Resultat hängt nicht nur von der Stärke des einen, sondern stets auch von der Schwäche der anderen ab.

Dabei kommt es bei einem international schrankenlosen Freihandel immer darauf an, dass derjenige, der kauft, sich gegenüber dem Anderen verschuldet. Ein Land, das wie Deutschland einen ständigen Exportüberschuss erlangen will, ist hierzu darauf angewiesen, dass andere ständig bereit sind, mehr zu importieren als zu exportieren. Auf Dauer kann dies nicht gut gehen - sondern nur dann, wenn irgendwann später derjenige, der Überschüsse erzielt, bereit ist, die Nachfrage danach selber zu finanzieren bzw. dem Schuldner zu erlauben, seine Schulden wieder zurückzuzahlen.

Dies setzt voraus, dass man sich von der kurzfristigen Perspektive der "aktiven Handelsbilanz" bzw. dem in Deutschland traditionsgemäßen "Neo-Merkantilismus" verabschiedet.

So wenig wie man Arbeitslose, Rentner oder Invalide dazu per Gesetz zwingen kann, einen Arbeitsplatz anzunehmen, der auf dem Arbeitsmarkt überhaupt nicht existiert, so wenig kann man Volkswirtschaften dazu zwingen, Schulden zurückzuzahlen, wenn man ihnen gleichzeitig die Wachstumschancen per von außen oktroyiertem Austeritätskurs entzieht. Mit einer derartigen politischen Kurzsichtigkeit bestrafen Länder, die den sog. "Sparkurs" verfolgen, nicht nur die "Schuldensünder", sondern sich letzten Endes selber.

Ansgar Belke: Wettbewerbsfähigkeit – Eine Obsession Europas? DIW 22. September 2010.


CSL: Quel intérêt d’être compétitifs si nous régressons socialement ? Eléments d’invalidation de la thèse du déclin « compétitif » des entreprises luxembourgeoises et de commentaire au sujet des finances publiques.

Samstag, 25. September 2010

Vom Nutzen der Ökonomie, und ob sie eine Wissenschaft sei

"La crise financière récente a été davantage un échec de l'ingénierie et du management de l'économie plutôt que de [...] la science économique".

So Ben Bernanke, Chef der US-Zentralbank. Diese Äußerung wird als Retourkutsche an Paul Krugman angesehen. Dieser hatte September 2009 in der New York Times gefragt, wie sich die Ökonomen so getäuscht haben konnten, dass sie von der kommenden Krise so gut wie nichts gemerkt hätten.

Die Retourkutsche des Zentralbankchefs zeigt indes nur eines, dass ihm nämlich die Sophistik der Mainstream-Ökonomie in Fleisch und Blut übergegangen ist. Wie schon Keynes herausgestellt hat, besteht die Hirnwasch-Rhetorik der neoklassischen Ökonomie nämlich darin, dass sie mit Vorliebe Dinge beweist, die mit der in Frage stehenden Sache überhaupt nichts zu tun haben.

Auf dieselbe Weise "beweist" Bernanke, dass die Wissenschaft der Ökonomie wichtig sei für Politik und Wirtschaft. Paul Krugman hat aber nichts dergleichen angezweifelt, sondern gerügt, dass die theoretische Grundlagen der Mainstream-Ökonomen inadäquat seien, um reale ökonomische Krisen zu erklären. Damit befasst sich Bernanke aber nicht. Er benötigt den Scholastizismus dieser neo-klassischen Modelle ja nur, um aus diesem Zauberhut seine geld- und wirtschaftspolitischen Kaninchen herauszuzaubern. Es geht ihm dabei nicht um wissenschaftliche Erklärung, sondern um Pseudo-Erklärung, verbunden mit Scheinlegitimation. Nicht um Wahrheit, sondern um den kurzfristigen ideologischen Nutzen.

Merke: Für Anhänger einer Ideologie wird es niemals die Ideologie sein, die sich als falsch erweist. Es kann für sie immer nur die praktische Umsetzung sein, die zu wünschen übrig lasse.

Das ist gewiss eine ökonomische "Wissenschaft", die sich geistesverwandt zeigt mit der "Politik" der Republikaner, die Krugman als einen "Angriff auf die Arithmetik" begreift. Nämlich einerseits das Staatsdefizit anprangern, und andererseits die Einnahmen nicht erhöhen wollen und dabei gerade die steuerkräftigsten Bürger des Landes (sofern sie noch im Lande sind) mit Steuersenkungen zu beglücken. Hier werden nicht nur die empirische Wahrheit, sondern auch die grundlegendsten Regeln der Arithmetik verletzt. Aber: solange es nützt ...!

Crise : Bernanke dédouane les économistes. Le Monde, 25. September 2010.

Mittwoch, 1. September 2010

Ergodizität

Wenn man den Pfad einer Wirtschaft über die Zeit hinweg in die Zukunft hinein gesteuert sieht als einen stochastischen Prozess (der Statistikern zufolge einer Wahrscheinlichkeitsverteilung unterliegt), so sind demzufolge auch zukünftige Resultate von gegenwärtigen Entscheidungen durch diese Wahrscheinlichkeitsverteilung bestimmt.

Es erscheint logisch, dass wenn ein Entscheider seinen Entscheidungen statistisch begründete Informationen über die Zukunft zugrunde legen möchte, so müsste er dazu eine Stichprobe aus zukünftigen Datenmengen zugrunde legen. Da diese Stichprobe zu erlangen aber praktisch unmöglich ist (da die Zukunft nicht gewusst wird), so macht so manch ein ökonomischer Theoretiker schlicht die heroische Annahme, dass die Wirtschaft statistisch gesehen als ein ergodischer Prozess beschrieben werden kann. Das heißt zu behaupten, dass Stichproben, die aus verfügbaren Datenmengen aus der Vergangenheit oder aus der Gegenwart gezogen werden, logisch äquivalent behandelt werden könnten wie Stichproben aus den Datenmengen der Zukunft.

Technisch gesprochen: Die Realisierung eines stochastischen Prozesses ist definiert als ein Stichprobenwert einer multidimensionalen Variablen über eine Zeitperiode, bzw. die Zeitreihen-Werte von aufgezeichneten Ergebnissen. Ein stochastischer Prozess beschreibt demzufolge ein Universum solcher Zeitreihen. Zeitstatistiken beziehen sich auf statistische Durchschnittswerte (arithmetisches Mittel, Median, Standardabweichung, usw.) , errechnet aus einer einzelnen Realisierung über eine Periode der Kalenderzeit. Raumstatistiken andererseits beziehen sich auf statistische Mittelwerte zu einem bestimmten Zeitpunkt über das Universum der Realisierungen, das sind hier sektoral übergreifende (cross-sectional) oder Querschnittsdaten, die zu dem jeweiligen Zeitpunkt über die einzelnen Individuen gemessen werden.

Wenn und nur wenn der stochastische Prozess ergodisch ist, so werden für eine unendlich große Realisierung die Zeitstatistiken und die Raumstatistiken zusammenfallen. Für endliche Realisierungen fallen sie zusammen abgesehen von Zufallsfehlern. Anders ausgedrückt, Zeit- und Raumstatistiken tendieren dazu zu konvergieren (mit der Wahrscheinlichkeit von 1) , insofern die Anzahl der Beobachtungen zunimmt. Konsequenz daraus ist, wenn das Axiom der Ergodizität anwendbar ist, sind Statistiken, die entweder aus vergangenen oder aus Querschnittsdaten gewonnen werden, statistisch zuverlässige Schätzungen für Raumstatistiken zu einem beliebigen zukünftigen Zeitpunkt.

Die Zukunft ist dadurch nie ungewiss. Denn sie kann stets aus den verfügbaren Daten der Vergangenheit oder der Gegenwart der Wahrscheinlichkeit nach berechnet werden.
Das Axiom der Ergodizität spielt die logisch äquivalente Rolle wie das Ordnungsaxiom in der klassischen deterministischen Ökonomie, das ist die Annahme, dass zu jedem beliebigen Zeitpunkt ein ökonomisches Subjekt alle künftige Resultate seiner Entscheidungen weiß und er diese logisch korrekt gemäß seinen eigenen Präferenzen ordnen kann.

Die Terminologie der Ergodizität wurde erst 1935 explizit entwickelt durch die Moskauer mathematische Schule der Wahrscheinlichkeitstheorie und wurde erst nach 1945 im Westen bekannter. Sie war demnach Keynes unbekannt.

Nichsdestotrotz, nach Auffassung von Paul Davidson zeigt die Kritik von Keynes an Tinbergens ökonometrischer Methode, dass Keynes implizit die Anwendbarkeit des Ergodizitätsaxioms auf die Entwicklung einer Volkswirtschaft in Abrede stellte. Für Keynes ist die Zukunft ungewiss; ein Unternehmer könne niemals im Voraus zuverlässig berechnen, ob eine Investitionsentscheidung rational gerechtfertigt sei. Es bleiben hier zur Erklärung übrig nur die sog. „animal spirits“ der Unternehmer, womit Keynes nichts anderes gemeint hatte als das „Bauchgefühl“ des Entscheiders, der die Zukunft nie im Voraus wissen kann, insbesondere diese nicht mit den herkömmlichen Methoden der Mathematik berechnen kann.

Es ergibt sich daraus für die herkömmliche ökonomische Theorie jedoch das fatale Ergebnis, dass es theoretisch Unsinn ist, zu erwarten, dass Märkte eine Funktion der effizienten bzw. optimalen Allokation von Ressourcen erfüllen könnten. Dies trifft umso mehr für die Finanzmärkte zu. Nach Keynes ist die Hauptfunktion derselben, die Wirtschaftssubjekte mit Liquidität zu versorgen. Denn Liquidiät ist im Kapitalismus der Mechanismus, wie der Ungewissheit praktisch begegnet werden kann.

Quelle:
Paul Davidson: John Maynard Keynes. Palgrave Macmillan. ISBN 13-978-1-4039-92623-7. ISBN 10-4039-9623-7. S. 31ff.